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BBC Rendsburg Twisters schlagen Berlin Braves mit 92:79
von Joachim Hobke, Landeszeitung

Es geht auch ohne Headcoach: Weil Bjarne Homfeldt am Samstagmorgen Erkältungssymptome aufwies, blieb der Trainer der BBC Rendsburg Twisters gemäß dem Hygienekonzept in der 1. Basketball-Regionalliga dem Spiel seines Teams am Abend gegen die Berlin Braves 2000 fern, fieberte zu Hause auf dem Sofa mit und wartete minütlich auf Nachrichten aus der heimischen Herderhalle. „Ich hatte einige Drähte in die Halle gelegt“, berichtete Homfeldt. Doch beim Stand von 85:76 für die Twisters 2:10 Minuten vor Spielende versiegte der Informationsfluss, das Handy blieb zehn Minuten lang stumm. Homfeldt: „Da bin ich doch ein bisschen nervös geworden, habe mir sämtliche Szenarien ausgemalt.“ Mit etwas Verzögerung erfuhr er schließlich vom überzeugenden 92:79 (19:22, 47:47, 70:66)-Erfolg seines Teams.

Nach dem Sieg über Spitzenreiter Baskets Juniors TSG Westerstede vor zwei Wochen (100:91 nach zweimaliger Verlängerung) hatte man mit dem bisherigen Tabellendritten ein weiteres Top-Team der Liga geschlagen und zwei wichtige, nicht zwingend eingeplante Punkte für den Klassenerhalt geholt. „Wir sind zu Hause einfach eine Macht. Mit diesen Fans im Rücken müssen wir hier niemanden fürchten“, jubelte Shooting Guard Lennard Willer.

Während Willer und seine Mitspieler mit den Fans ausgelassen feierten, saß Co-Trainer Felix Thießen auf der Bank und genoss eher still den Erfolg. „Das fühlt sich gut an“, sagte Thießen, der in seinem ersten Spiel als Hauptverantwortlicher an der Seitenlinie 40 Minuten lang Ruhe und Souveränität – auch in kritischen Phasen – ausstrahlte. „Das hat Felix überragend gemacht“, meinte Willer. Thießen gab das Lob umgehend zurück. „Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht ein kleines bisschen nervös gewesen wäre. Aber die Jungs haben es mir ja leicht gemacht. Sie haben sehr viel Herz gezeigt. Das war ein Sieg des Willens.“

13 Punkte Rückstand nach etwas mehr als 13 Minuten? Egal. Ein 24:37 drehten die Twisters, angeführt von einem erneut überragenden Andrée Michelsson – der Schwede war mit 29 Punkten, darunter gleich acht (!) Dreier, bester Werfer auf dem Parkett – binnen 270 Sekunden in ein 43:37 (19.). Zwar gerieten die Gastgeber beim 47:49 (22.) noch einmal kurzzeitig ins Hintertreffen, doch nach dem 50:49 gaben sie die Führung bis zum Abpfiff nicht mehr ab.

Vor allem im vierten Viertel drehten die Rendsburger vor 220 Zuschauern noch einmal so richtig auf, trotzten sämtlichen Personalsorgen und gewannen die letzten zehn Minuten mit 22:13. Eher untypisch für die Twisters, die in den vergangenen Spielen gegen Ende des Spiels eher abbauten, als dass sie dominierten. „Die Fans haben uns super nach vorne gepusht. Da waren wir nicht mehr zu halten“, hatte Willer eine Erklärung für die starke Schlussphase. Auch Thießen war begeistert von dem „Punch, den wir am Ende hatten. Nun müssen wir aber auch mal auswärts so eine Leistung zeigen.“

Vielleicht gelingt den Twisters ja am kommenden Wochenende beim ASC 46 Göttingen im sechsten Anlauf der erste Sieg in fremder Halle. Ohne die Unterstützung der eigenen Fans von den Rängen. Aber dafür wieder mit Headcoach Bjarne Homfeldt an der Seitenlinie.

BBC Rendsburg: Willer (3/1x3), Oetken (7/1x3), Sopha (3/1x3), Michelsson (29/8x3), Rixen (14), Jacobsen (13/3x3), Mallory (21), Philipp (n.e.), Dubbeldam (2).

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