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Unsere ehemalige Jugend- & Sunsspielerin Elisa Mevius spielt auf internationaler Bühne. Elisa, die bei uns im BBCR groß geworden ist und zurzeit bei den „Bender Baskets Grünberg“ in der U18-WNBL und der 2. Damen Bundesliga auf Korbjagd geht, hat sich in diesem Sommer zu einer festen Größe beim DBB für das deutsche U18 Nationalmannschaftsteam im 3x3 etabliert.

Bei den deutschen Meisterschaften im 3x3 in Düsseldorf wurde Elisa mit ihrem Team deutsche Meisterin bei den Damen, Vizemeisterin in der Altersklasse U18 und als wertvollste Spielerin der U18-Finals (MVP) ausgezeichnet.
Doch damit nicht genug, denn hier begann ihre Reise erst. Bundestrainer Samir Suliman nominierte Elisa im Anschluss in seinen WM-Kader für Ungarn. Vor großer Kulisse und live im Internet spielte das deutsche Team gegen Lettland, Indonesien und Israel eine perfekte Vorrunde. Ungeschlagen ging es ins Viertelfinale gegen die Ukraine.
Mit einem hart erkämpften 13:10-Sieg gelang dann der großartige Einzug ins Halbfinale, in dem der WM-Favorit USA auf die DBB Mädels wartete. Nur hauchdünn und bis zum Schluss offen musste sich unser 3x3 Team mit 14:15 gegen diese geschlagen geben. Im Spiel um Platz 3 traf die 3x3 DBB-Auswahl keine Stunde später auf die Gastgeberinnen aus Ungarn. Nach einem harten Powerspiel stand am Ende trotz Niederlage für das unser U18-Nationalmannschaftsteam mit Elisa ein sensationeller 4. Platz im Endergebnis, nachdem sie als Underdog in diese WM gestartet waren.

Wir haben Elisa auf ihrem Heimweg nach ihren Eindrücken und Erfahrungen zu dieser WM einige Fragen stellen können.

Elisa, herzlich Glückwunsch aus Rendsburg zu dieser fantastischen WM-Leistung. Wie geht es dir direkt nach diesem intensiven Turnier?
„Ich glaube, wir sind alle etwas geschafft nach der Belastung, aber an sich bin ich sehr stolz und glücklich, die Chance bekommen zu haben, bei diesem Turnier für Deutschland teilnehmen zu dürfen.“

Wann bist du für Trainings im 3x3 Kader nominiert worden und wie habt ihr euch dann auf das Turnier vorbereitet?
„Wir hatten vor dem Turnier in Debrecen (Ungarn) einen Vorbereitungslehrgang in Frankfurt. Dort haben wir untereinander viel gespielt und viel geworfen und zusätzlich hatten wir einige Testspiele gegen andere Teams aus der Umgebung.“

Wie viele Spielerinnen standen dann in Konkurrenz für die Teilnahme an der WM und wann und wie hast du erfahren, dass du dafür nominiert bist?
„Es haben 6 Spielerinnen am Lehrgang teilgenommen und von diesen wurden 4 für die WM nominiert. Ich habe dann am Sonntagabend, also einen Abend bevor wir nach Ungarn geflogen sind, erfahren, dass ich mit dabei bin.“
3x3 ist eine völlig andere Variante des Basketballs. Was sind aus deiner Sicht die größten Unterschiede zum 5:5 und Vorteile im 3x3?
„3x3 ist grob gesagt einfach um einiges schneller und intensiver als das 5:5. Es ist nicht so, dass man auf hohe Geschwindigkeiten kommt, oder längere Strecken sprintet, das 3x3 lebt stattdessen von der Dynamik, den vielen schnellen Richtungswechseln und den schnellen Angriffen. Man muss dauerhaft konzentriert sein und hat kaum Pausen, da nach einem Korberfolg kein Einwurf gemacht werden muss.“

Bist du vor dem ersten Spiel der WM sehr aufgeregt gewesen?
„Tatsächlich war ich es sehr!!! Eine Weltmeisterschaft war für mich immer etwas so weit Entferntes und auf einmal hatte ich mein erstes Spiel.“

Weshalb spielst du immer in der Trikotnummer 8?
„Früher, als ich mein erstes Spiel von der deutschen Herren-Nationalmannschaft gesehen habe, war ich begeistert von der Spielart von Heiko Schaffarzik, der in der #8 spielte. Seitdem habe ich die Nummer immer genommen, wenn es ging.“

Wie verlief dann euer Start in das Turnier?
„Unser erstes Spiel lief relativ gut und war auch gegen den vermeintlich Stärksten aus unserer Gruppe. Es war anfangs etwas ungewohnt, auf dem Court zu spielen, weil diese sich beim 3x3 mehr unterscheiden als beim 5:5, aber wir konnten uns dann doch relativ schnell daran gewöhnen und in unser Spiel finden.

Wie habt ihr euch auf die einzelnen und nächsten Gegner vorbereitet?
„Bei den meisten Gegnern haben wir uns vorher gemeinsam die Spiele im Live-Stream angesehen, und dadurch konnten wir relativ gut analysieren, was ihre Strategien waren. Wir hatten vor jedem Spiel eine kurze Team-Besprechung zu unseren Zielen in der Offense, aber auch in der Defense, um es dem Gegner möglichst schwer zu machen.“

Was habt ihr zwischen den Spielen gemacht?
„Größtenteils geschlafen oder im Bett gelegen, um uns möglichst gut wieder zu regenerieren und für das nächste Spiel fit zu machen.“

Hattet ihr auch Kontakt zu den anderen WM-Teams außerhalb der Spiele? Wenn ja, zu welchen am meisten?
„Wir hatten außerhalb der Spiele zu vielen Teams noch etwas Kontakt, weil wir auch im selben Hotel gewohnt haben. Meistens wurden Instagram Accounts ausgetauscht und man hat den anderen auch viel Glück für ihren Spiele gewünscht .“

Ihr seid dann völlig überraschend Gruppenerster geworden und habt euch für das Viertelfinale qualifiziert. Habt ihr damit gerechnet?
„Wir alle haben es sicher gehofft und uns erträumt, aber dass unsere Chancen doch so gut waren, war dann eine extrem positive Überraschung.“

Das Spiel gegen die Ukraine war dann ein Schlüsselspiel. Wie habt ihr euch mental und sportlich darauf eingestellt?
„Wir haben uns, wie bei den anderen Gegnern auch, vorher bestimmte Videoszenen angeguckt und für bestimmte Plays von ihnen eine extra Defense überlegt, um sie möglichst nicht in ihr Spiel kommen zu lassen.“

Du hast ab dem Viertelfinale sehr viel mehr Körbe geworfen als davor. Wie kam das?
„Das ist immer schwierig zu sagen, aber ich habe versucht, etwas mehr Verantwortung zu übernehmen.“

Wie war es für dich, gegen die große Basketballnation USA zu spielen?
„Am Anfang war ich echt eingeschüchtert, weil die USA wirklich sehr athletisch und gut sind. Im Laufe des Spiels habe ich aber gesehen, dass wir für sie doch ein gleichwertiger Gegner sind und sie gegen uns manchmal wirklich Probleme hatten. Das Spiel war eine unfassbare Erfahrung, aus der ich sehr viel lernen und mitnehmen konnte.“

Ihr habt dann direkt nacheinander zwei Spiele verloren. Mit 1 Punkt gegen den späteren Weltmeister USA und im Anschluss im Spiel um Platz 3 gegen Ungarn. Wie bist du damit umgegangen?
„Die Stimmung bei uns im Team war sehr angeschlagen, wir waren alle sehr traurig und hatten uns so sehr eine Medaille erträumt. Aber im Endeffekt bringt es nichts, sich an die Vergangenheit zu klammern und sich zu lange über etwas zu ärgern, das man nicht mehr beeinflussen kann. Deswegen versuche ich, positiv auf die beiden Niederlagen zu schauen und daraus zu lernen, um nächstes Mal vielleicht zu gewinnen.“

Was ist rückblickend dein Fazit auf diese WM?
„Es war wirklich ein unvergessliches Erlebnis, an das ich sicher noch sehr oft positiv zurückdenken werde. Ich bin einfach dankbar dafür, ein Teil des Teams sein zu dürfen und diese Erfahrungen gemacht zu haben.“

Was war aus deiner Sicht der größte Unterschied zu den Turnieren in Deutschland davor?
„Wie auch schon im internationalen 5:5 Bereich sind die Spiele gegen andere Nationen viel körperlicher und aggressiver. Es ist ein ganz anderes Niveau als in Deutschland.“

Du bist in diesem Sommer 3x3 Deutscher Vizemeister der U18, Finals-MVP der U18, Deutscher Meister der Damen mit einer U18 Mannschaft (!!!) geworden und hast dann eine Weltmeisterschaft gespielt. Wie gehst du mit dieser Belastung und diesen Erfolgen um?
„Ich glaube, so richtig realisiere ich noch gar nicht, wie viel diesen Sommer passiert ist, aber ich bin glücklich und dankbar diese Chancen gehabt zu haben und freu mich auf die Zukunft.“

Was hast du für Ziele in der nahen Zukunft?
„Mein generelles Ziel im Basketball ist es, weiter an meinem Wurf zu arbeiten und ihn so gut wie möglich zu verbessern. Ansonsten plane ich, in einem Jahr ans College in die USA zu gehen und möchte bis dahin so viele Erlebnisse und Momente in Deutschland mitnehmen, wie ich kann, sowohl beim 3x3 und auch beim 5:5, wenn die Saison jetzt wieder startet.“

Elisa, vielen Dank für diese spannenden Einblicke. Wir wünschen dir auch weiterhin viel Erfolg, Spaß und Gesundheit.

Anmerkung der Redaktion.
Nach diesem Interview wurde Elisa für das 3x3 DBB U17-Nationalmannschafts-Team für die Europameisterschaft in Portugal vom 17.-19. September nominiert. Herzlichen Glückwunsch!

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