Am vergangenen Wochenende spielten die U16-Junior Twisters bei den Norddeutschen Meisterschaften in Göttingen im Einzug um den DBB Pokal. Die Vorzeichen dafür standen alles andere als glücklich, denn zum einen spielte das U14-Team ebenfalls zeitgleich die Norddeutschen in Oldenburg, so dass zahlreiche Akteure hier eingesetzt wurden und zum anderen fielen mit Daniel Merz und Johannes Greve zwei wichtige Leistungsträger verletzungsbedingt aus. So reiste Trainerin Antje Mevius lediglich mit neun Spielern ins südliche Niedersachsen.

Nach einem gelungenen Start gegen den MBC Weißenfels (76:52) sicherte man sich jedoch frühzeitig die Teilnahme am zweiten Spieltag im Halbfinale. Die Niederlage im zweiten Spiel gegen den Gastgeber und späteren Turniersieger BG Göttingen (49:95) war daher leicht zu verschmerzen, so dass man sich voll auf das Spiel gegen den Nachwuchs von Alba Berlin konzentrierte. In einem packenden Spiel, das an Spannung und Dramatik nicht zu überbieten war, zwang man die Hauptstädter nach zwei Erfolgreichen Freiwürfen von Kapitän Gbenga Hansen 7 Sekunden vor dem Ende mit 66:66 in die Verlängerung! Diese ging am Ende zwar mit 75:82 verloren, aber der Stolz über diese hervorragende Leistung wird den Spielern und der Trainerin unvergesslich in Erinnerung bleiben...

Nach einer vierstündigen Fahrt nach Göttingen konnte man aufgrund der rechtzeitigen Anreise noch einige Stunden akklimatisieren, bevor die Junior Twister hoch konzentriert in die erste Partie gegen den Bundesliganachwuchs aus Weißenfels gehen konnte. Da der MBC das Auftaktspiel gegen die BG Göttingen bereits zuvor verloren hatte, stand fest, dass man mit einem Sieg bereits frühzeitig die Qualifikation für das Halbfinale am Sonntagmorgen erreichen konnte.

Die Sachsen-Anhalter erwischten den besseren Start ins Spiel und konnten schnell mit 10:6 in Führung gehen, bevor die Verteidigung der BBCR-Jungs endlich besser wurde und  schwere Würfe erzwang. Nach einem 8:0 Lauf platze der offensive Knoten dann auch endlich durch einen Dreier von Abi Abdulaev und die Junior Twisters konnten erstmals in Führung gehen (14:10). Diese wurde Dank des Aufbauspielerduos Gbenga Hansen und Alex Mau auch bis zur Halbzeit auf 40:22 ausgebaut, so dass man mit einem soliden Polster in die zweite Halbzeit gehen konnte. Mit dem Wissen um die weitere hohe Belastung der kommenden Spiele wurde der Vorsprung bis zum Spielende nur geschickt verwaltet und Trainerin Antje Mevius rotierte viel mit allen neuen Spielern durch, so dass am Ende ein ungefährdeter 76:54 Sieg zu Buche stand.

Junior Twisters: Melvin Lübs, Robin Zernitz (4), Lionel Okori (10), Abi Abdulaev (7), Alex Mau (21), Gbenga Hansen (18), Aziz Mossi (6), Tom Skorsch (6) und Emilio Wulfes (4)

Im zweiten Spiel am Samstagabend konnten die BBCR-Jungs gegen die BG Göttingen bis zum 7:10 noch auf Augenhöhe mitspielen. Danach sorgte die tief besetzte Bank der Gastgeber jedoch dafür, dass diese bis zur Halbzeit auf 47:31 davonziehen konnten. Ein kurzer Widerstand der Junior TWisters folgte zwar noch im dritten Viertel nach zwei Körben von Alex Mau (35:50), aber im Anschluss zogen die Göttinger unaufhaltsam davon. Einziger Lichtblick bis zum 49:95 Spielende, waren die guten Leistungssteigerungen von Emilio Wulfes, Lionel Okori und Melvin Lübs.

Junior Twisters: Melvin Lübs (6), Robin Zernitz, Lionel Okori (5), Abi Abdulaev, Alex Mau (13), Gbenga Hansen (6), Aziz Mossi (2), Tom Skorsch (8) und Emilio Wulfes (9)

Im Halbfinale am Sonntagmittag sollte es dann zum großen Showdown kommen, denn  die Junior Twisters traten gegen den Bundesliganachwuchs von Alba Berlin an. Von Beginn an war klar, dass man über die Größenvorteile von Emilio Wulfes und Tom Skorsch agieren musste und im Gegenzug die schnellen Berliner am Fastbreak Spiel hindern wollte. Dies gelang nach einem Distanzwurf von Robin Zernitz bis zum 7:7 (4‘) auch nach Plan und die Berliner taten sich schwer im Abschluss. Mit vier schnellen Punkten gefolgt von zwei Dreiern konnten die Hauptstädter sich dann das erste Mal deutlicher absetzen (17:7), bevor man über zahlreiche Treffer von der Freiwurflinie wieder ins offensive Spiel fand und zum Ende des ersten Viertels auf 16:23 verkürzte.

Im zweiten Abschnitt drehte dann Center Tom Skorsch zum erste Mal in diesem Turnier auf und wurde immer wieder gut von seinen Mitspielern in Szene gesetzt. Ergänzend fand Point Guard Gbenga Hansen immer wieder die richtige Mischung aus Assists (Vorlagen) und eigenen Aktionen und das trotz des enormen Drucks, den die Berliner Ganzfeldverteidigung gegen ihn aufbaute. Somit blieb der Twister-Nachwuchs zur Halbzeit mit 34:43 auf Tuchfühlung.
Das dritte Vierte verlief erneut ausgeglichen, wobei beide Mannschaften gut herausgespielte Chancen im Angriff liegen ließen. Als die Berliner mit 51:36 davonzuziehen drohten, fasste sich Shooter Alex Mau ein Herz und brachte sein Team mit einem Distanzwurf und einem Dreier wieder auf 51:41 heran, so dass man nur mit 10 Punkten Rückstand aus dem Viertel ging.

Der vierte Abschnitt sollte dann an Spannung und Dramatik nicht zu überbieten sein. Nach einem 8:0 Lauf, bei dem Center Skorsch sechs Punkte beisteuerte, schnupperten die Junior Twisters mit 51:53 das erste Mal an der Sensation. Die Albaspieler erhöhten daraufhin weiter den Druck in der Verteidigung, hatten aber immer wieder Probleme gegen die größeren BBCR-Spieler zu punkten. Als sich Tom Skorsch dann zwei Minuten vor dem Ende bei einem Fünf-Punkte-Rückstand (60:65) rausfoulte und das Feld verlassen musste, schien das die Vorentscheidung für Alba zu sein. Die Halle tobte zu diesem Zeitpunkt und die Zuschauer und Spieler aller anderen Teams feuerten lautstark die Twisters an, um das scheinbar Unmögliche zu erleben und Alba verlieren zu sehen!

Angestachelt von dieser euphorischen Stimmungen zeigten die BBCR-Jungs viel Herz und verkürzten nach Treffern  von Emilio Wulfes und Alex Mau nur 15 Sekunden vor dem Ende auf 64:65. Mit einem cleveren taktischen Foul zwang Mau im Anschluss den Berliner Topscorrer Penteker an die Freiwurflinie, wo dieser tatsächlich nur einen von zwei Würfen verwandelte. Nach einer Auszeit hatten die Rendsburger damit bei zwei Punkten Rückstand (64:66) das Spiel in der Hand. Sieben Sekunden vor dem Ende zog Kapitän Gbenga Hansen energisch zum Korb und konnte nur mit einem Foul gestoppt werden. Ganz routiniert verwandelte der 14-jährige im Anschluss beide Freiwürfe zum 66:66 Ausgleich, den die Berliner im letzten Angriff auch nicht mehr überholen konnten. Verlängerung gegen ALBA!!!

Mit vier weiteren Punkten von Hansen gelang der perfekte Start in die Overtime und die Junior Twisters sahen sich schon fast auf der Siegerstraße. Doch unter der drohenden Niederlage stellte Alba kurzerhand auf eine nicht erlaubte Zonenpresse um (ein Technischer Kommissar war leider nicht anwesend), die mit einigen schnellen Ballgewinnen das Blatt wendete. Berlin zog so auf 78:70 davon und sorgte damit für die Entscheidung, die bis zum 75:82 Endstand auch nicht mehr eingeholt werden konnte.

Junior Twisters: Melvin Lübs, Robin Zernitz (2), Lionel Okori (2), Abi Abdulaev (2), Alex Mau (15), Gbenga Hansen (24), Aziz Mossi (3), Tom Skorsch (18) und Emilio Wulfes (7)

Somit verpassten die Nachwuchstwisters zwar den Einzug ins Finale, bekamen aber nach Spielende von den vielen Zuschauern, Spielern und Trainern aller anderen Teams durchweg Anerkennung und positives Feedback für diese hervorragende Leistung.

Auch Trainern Antje Mevius hatte nur lobende Worte für ihre Mannschaft: „Meine Mannschaft ist heute über sich hinausgewachsen und hat den besten Basketball gespielt, der möglich war. Ich bin sehr stolz auf diese Jungs und das, was sie erreicht haben!“.

Im anschließenden Finale konnte sich die BG Göttingen mit 74:70 gegen Alba Berlin durchsetzen und dieses Mal feuerten die BBCR-Jungs sie im Kampf um den Sieg an!

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